Donnerstag, 30. Oktober 2008

Shaolin Kempo I

Gestern das erste Mal beim Hochschulsport gewesen... Rena und ich hatte zu Beginn leichte Fluchttendenzen - viel zu viele professionell wirkende Kerle und ein Alpha-Männchen, das ununterbrochen mit den anderen redete und leichtes Macho-Gehabe an den Tag legte.
Irgendwann ging's dann los... im Kreis hinsetzen und ein bisschen was über die Geschichte dieser Kampfkunst erfahren.

Schon spannend... anschließend ein buntes Potpourri aus Hebeln, Griffen, Verteidigungstechniken, etc.
"Vergesst alles, was ihr je in eurer guten Stube gelernt habt. Hier geht es darum, den Gegner möglichst schnell auszuschalten und wenn das tödlich endet, hat er Pech." *glotz* Na ja, ihr müsst alle Emotionen ausschalten... no mercy! Wenn euch einer angreift, müsst ihr euch verteidigen - egal, ob der dann nachher sein Nasenbein im Gehirn hat."
Ähem..

War aber geil.

Und am Ende... da hat er uns noch ein bisschen was über Tradition erzählt... über das Dojo, den Sensei (sich sebst quasi) und die Rituale... Dojo grüßen, Sensei grüßen, dem Sport Ehre erweisen.

Wir können am Ende eine Gürtelprüfung ablegen... vorher gibt's noch einen entsprechenden Workshop... Mann, das wär sooo cool.

Na ja, Ende vom Lied... ich kam völlig begeistert wieder in die Umkleide und... meine Hose war weg. Einfach verschwunden... geklaut. *kopfschüttel* Ist ja nicht so, dass ich Gucci trage. *narf*

Egal, tat auf jeden Fall gut, mal was ganz anderes zu machen...

Dienstag, 28. Oktober 2008

Müde

Dauerhaft.
Aufgaben häufen sich und werden mehr, obwohl ich fast permanent arbeite.
Sorgt natürlich ununterbrochen für ein schlechtes Gewissen, wenn ich mir - wie jetzt - Zeit für was anderes nehme.
Die Freitage, die ich eigentlich für Aufarbeitungen haben wollte, verschenken sich quasi von selbst an Schwiegereltern, die unbedingt da und dahin kutschiert werden müssen, Geburtstage, Block-Seminare, die mal eben so vom Praktikum her aufgedrückt werden.
Die Einladung zu diversen Parties sind bereits ausgeschlagen.

Habe festgestellt, dass ich nicht mal mit meinem Lütten beim Laternegehen teilnehmen kann, weil zu der Zeit ein Seminar ansteht.
Glaube wirklich, ich hab' mich übernommen.

Schlafen.

Donnerstag, 23. Oktober 2008

Let the show begin

Himmelherrgottkruzifixsakramentnochamoal, ist das ein Stress!
Montag nochmal halbwegs ruhig angehen lassen, da das zweiwöchentliche Seminar erst nächste Woche beginnt... Dienstag dann der Einstieg mit einem absolut krassen Tag.
5.30 Uhr aufstehen, schnell den Tee hinunterstürzen, mich fertigmachen, ab zum Bahnhof... als ersten Vorgeschmack auf den Tag gleich mal Madames Fresse im Zug sehen (ist mir seitdem Gott sei Dank noch nicht wieder passiert) und dann zum ersten Mal mit dem Rad zur Stoßzeit in den Verkehr einordnen. Holla die Waldfee. Zwar ist es schön, nicht mehr auf den bekloppten Bus angewiesen zu sein, aber... ich komm schon immer ziemlich platt an.
Vier Vorlesungen an einem Tag, zwischendurch mal zwei Stunden frei, um wild in der Bib rumzuirren und sich allen möglichen Scheiß zu kopieren und doch tatsächlich mal zur grooooßen ULB zu fahren. Da dann Chris B. auf dem Rad gesehen... Mariechen, den kennst du noch. Ich hab' echt gedacht, ich fall um. Ich meine, der war mit mir in Buchholz in einer Klasse und plötzlich taucht der hier in Münster auf? Aber dann hab' ich das StasiVZ zu Rate gezogen und - tatsächlich... der ist jetzt hier.
Na ja... irgendwann um 19.30 Uhr zu Hause gewesen und dann war ja noch nicht Schluss, nein... der Ordner wollte fertiggemacht, die ersten Zusammenfassungen begonnen werden... letztendlich hab' ich noch bis 23.45 Uhr gearbeitet.
Mittwochs sollte es eigentlich besser aussehen, aber da noch ein Termin zur Transkraniellen anstand, bin ich da natürlich auch mal hingedüst, um drei Stunden lang auf diesem bekloppten Stuhl zu sitzen und mir Impulse in den Motor-Cortex jagen zu lassen. Am Anfang war es ja noch ganz interessant, aber allmählich... na ja, ich hab' noch einen Termin und dann bekomme ich hoffentlich meine 88 € überwiesen. Schon krass... das läuft ja jetzt seit Ende des letzten Semesters.
Na ja, abends nach der Vorlesung zu Diagnostik dann noch mit Rena in der Bib gewesen und mir später bei Cheap and Awful noch eine Jacke besorgt... ich frier mir ja den Arsch ab auf dem Rad. (Juchhuu...da gehen die 88 Euro schon im Voraus hin... aber es hilft ja nix.)
Heute war's dann auch wieder recht heftig... was heißt "war"... ich bin gerade aus meiner Vorlesung "Organisationspsychologie" geflohen... aaalter Schwede, das geht GAR nicht. Das ist das Langweiligste, was ich je gehört habe, ehrlich... Ich konnte dem Typen einfach nicht mehr zuhören. Mein Klinische-Seminar und das in Allgemeine I waren da echt interessanter. Vor allem, da ich in beiden Fällen jeweils ein sauspannendes Referats-Thema habe.
In meinen zwei Freistunden habe ich mich dann noch an die Aufgabe fürs Praktikum gesetzt und bin mal so gar nicht weit gekommen. Das ist auch noch so unglaublich viel.
Ich hab' ein wenig das Gefühl, dass ich mich diesmal echt übernommen habe. *seufz*
Gleich noch das Seminar zu Allgemeine II, gen Heimat, bisschen was nacharbeiten (sofern möglich... unglaublich viele Profs sind diesmal der Meinung, es reichte, wenn die Folien zwei Wochen nach der Vorlesung im Netz stünden) und morgen zum Praktikumstreffen... dann los nach Hause, ein Geschenk für Jamie besorgen (der hat ja auch übermorgen Geburtstag), Kuchen will natürlich auch gebacken werden und selbstverständlich muss es auch halbwegs gut aussehen bei uns daheim, wenn dann gegen Nachmittag die ersten Kaffeegäste kommen.
Ich mag's nicht, wenn Geburtstage in Stress ausarten.

Montag, 20. Oktober 2008

Der zweite...

... Hochzeitstag. Ich habe meinem Jamie "Der Krieg der Zwerge" geschenkt, weil er den dritten Teil schon hier liegen hatte und mit dem ersten viel mehr anfangen konnte als ich... es fehlte eben der dazwischen.
Und ich? Ich musste mir ganz fix einen Bademantel überschmeißen und in Puschen mit in die Gartenhütte... denn da stand ein mit Herzchen behängter Ginkgo-Baum. Ich liebe die Blattform und die Symbolik, die dahinter steht, ist total toll. Der älteste Baum... (weniger schmeichelhaft bei Wikipedia: das lebende Fossil)... schon ewig während wie unsere Liebe und alles überdauernd... Einigen, die das letzte Jahr mit mir erlebt haben, mag das wie der blanke Hohn erscheinen, aber wisst ihr was? Das macht gar nichts.
Nachher werden wir ihn zusammen einpflanzen und im Februar... im Februar ist auch das verflixte siebte Jahr vorbei. :) (Zusammen sind wir ja schon um einiges länger als verheiratet.)
Ich bin glücklich. Das fühlt sich gut an.

Gleichzeitig ist es auch Kayas erster Todestag... eigentlich versuche ich, nicht so oft an sie zu denken. Schande über mich, denn das funktioniert auch ganz gut. Vielleicht heute? Ich weiß es nicht... mein letztes Bild von ihr... das ist das wie sie beim Tierarzt lag und ihre letzten Atemzüge tat... ihre Zunge, die blau geworden war...
Aber es ist auch eine rennende Kaya... eine Kaya, die am Anfang so eifersüchtig war, dass sie mich manchmal stumpf umgerannt hat... eine Kaya, die völlig schlammverkrustet, aber glücklich aus der Matschkuhle kam... eine Kaya, die Füße nicht mochte... Himmel, was war das ein wundervoller Hund.
Ein 12-Welpen-Wurf und sie als einziges Mädel, das sich behaupten musste. Für einen Golden Retriever ist sie deshalb ziemlich klein geraten... aber sie ist einzigartig.

Dienstag, 14. Oktober 2008

Ich fühle...

... nichts. Just in diesem Moment.
Nicht mal Entsetzen darüber.
Körperlich bin ich noch immer Matsche, aber mein Kopf ist wie leergefegt.
Das ist ein bisschen wie... sich nicht spüren. Wobei das schon wieder negativ quonnotiert ist. Seelisch geht es mir weder gut noch schlecht.
Gähnende Leere.

Vor ein paar Minuten war da ein Stich Wehmut, als eine Mail ankam, in der stand, dass das kleine verlassene, verfallene Schleusenwärterhäuschen direkt an der Lippe, in das Jamie und ich uns so verliebt hatten, leider schon jemand anderem versprochen ist.
Das wäre es wirklich gewesen. Viel zu tun, viel in Stand zu setzen, aber so wunderschön...
Sehr schade.

Ich muss an Szenen aus einem Western denken... Reisigbüschel, die der Wind über die staubige Straße weht, das Summen der Fliegen... nur dass die Uhr nicht High Noon schlägt und die beiden Männer nicht aus dem Saloon treten. Der schmierige Bösewicht und der gute Cowboy.
Nein, die gibt's hier nicht.
Überhaupt ist gerade keine Menschenseele da... in meiner Vorstellung.
Und wenn ich genauer drüber nachdenke, zerfasern auch die Reisigbüschel... der Sand weht davon... und Schwarz-Weiß war's ja ohnehin.


Nichts Berauschendes, nichts Weltbewegendes... nur irgendwie... merkwürdig.

Mittwoch, 8. Oktober 2008

Wolkig

Alles ist weich und wattig.
Es ist, als müsste ich mich nach all der Zeit des Müßiggangs erst wieder an das richtige Gehen gewöhnen.
Sogar Stoßdämpfer scheinen in meinen Knien zu stecken und jede Erschütterung abzufedern.
Ein bisschen wie in Trance, das alles...
Ein Tag zum Naserümpfen. Über die Wasserstoffblondine am Bahnsteig, die der Meinung ist, mich verächtlich anschauen zu müssen. Das kann ich auch.
Über Rotzflecken auf dem Asphalt.
Heute bin ich zu fein dafür.

Gleich werde ich meinen in Watte gepackten, schallisolierten Kopf anstrengen müssen.
Ich habe mir vorgenommen, diesmal besonnener zu sein und nicht gleich mit meinen Gedanken herauszuplatzen.
Heute könnte es funktionieren, denn die Welt ist mir fern... hinter flauschigen Schichten, die ich ohnehin erstmal durchdringen muss.

Dienstag, 7. Oktober 2008